Polyethylen-Markt: Angebots- und Nachfrageanalyse – Steigender Angebotsdruck im ersten Quartal 2025
Einführung
Mit der Wiederwahl von Donald Trump zum Präsidenten der Vereinigten Staaten hat die Lage auf dem chinesischen Polyethylen-Importmarkt (PE) erhebliche Besorgnis ausgelöst. Diese Besorgnis rührt vor allem von der Eskalation der Handelsspannungen zwischen den USA und China während Trumps vorheriger Amtszeit her, die sich deutlich auf die Zölle auf Chemie- und Kunststoffprodukte auswirkte und Anpassungen in den Lieferketten zur Folge hatte.
Auswirkungen von Handelsstreitigkeiten
Trumps Handelspolitik könnte die Handelsbeziehungen zwischen den USA und China weiter belasten. Vorschläge wie ein umfassender Zoll von 10 % auf nahezu alle US-Importe, ein einheitlicher Zoll von 60 % auf chinesische Waren und weitere gezielte Zölle könnten sich nachteilig auswirken. Sollten diese Maßnahmen umgesetzt werden, könnten sie US-Verbrauchern und -Unternehmen schaden, die Wirtschaft dämpfen und Arbeitsplätze gefährden. Für China könnten diese Maßnahmen einen deutlichen Rückgang der Exportmengen in die USA zur Folge haben.
Kapazitätswachstum und Importmarkt
Trotz Handelskonflikten wächst Chinas Polyethylen-Produktionskapazität weiter. Im Zeitraum 2023–2024 erholten sich Chinas Nettoimporte von Polyethylen gegenüber 2022. Bis Oktober 2024 importierte China rund 12 Millionen Tonnen Polyethylen, wobei die Gesamtimporte für das Jahr voraussichtlich das Niveau von 2023 übertreffen werden. Dieser Trend ist teilweise auf Verzögerungen bei der Inbetriebnahme neuer inländischer Produktionsanlagen zurückzuführen. Chinas Polyethylen-Produktionskapazität wird für 2024 auf 31,8 Millionen Tonnen geschätzt, was einem moderaten Anstieg von 2 % gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Bis 2025 wird in China ein starker Anstieg der Produktionskapazitäten für Polyethylen (PE) erwartet, mit einem prognostizierten Wachstum von über 19 %. Die Hersteller konzentrieren sich auf Spezialmärkte wie Metallocen-Polyethylen (mPE), Polyolefin-Elastomere (POE) und ultrahochmolekulares Polyethylen (UHMWPE). Dies dürfte Chinas Selbstversorgung mit PE weiter stärken und den Wettbewerb auf dem Importmarkt verschärfen.
Einfluss des US-Angebots
Die Vereinigten Staaten bleiben einer der wichtigsten Lieferanten von PE-Importen nach China und machen zwischen Januar und Oktober 2024 etwa 18 % der Gesamtimporte aus. Obwohl Chinas PE-Importe insgesamt rückläufig sind, hat der Anteil der USA aufgrund ihrer wachsenden Produktionskapazität und des Kostenvorteils durch ethanbasierte Rohstoffe zugenommen.
Die USA nehmen im globalen PE-Kostenvergleich eine äußerst wettbewerbsfähige Position ein. Bis 2025 wird die US-PE-Produktionskapazität voraussichtlich 25,5 Millionen Tonnen erreichen, mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 4,8 % von 2018 bis 2025. Dies macht die USA zu einem bedeutenden globalen PE-Exporteur und baut ihren Marktanteil in China weiter aus.

Abschluss
Im ersten Quartal 2025 wird mit steigendem Produktionshochlauf neu in Betrieb genommener Anlagen und der Wiederaufnahme des Betriebs stillgelegter Werke ein erhöhter Angebotsdruck auf Polyethylen (PE) erwartet. Dies führt zu einem weniger ausgeglichenen Angebots-Nachfrage-Verhältnis und sinkenden Spotpreisen. Die Angebots-Nachfrage-Konflikte dürften im Januar ihren Höhepunkt erreichen und die Produktionsgewinne schmälern. Im Februar und März werden voraussichtlich vermehrt temporäre Werksstilllegungen stattfinden, was den Angebotsdruck etwas verringern dürfte. Der Gesamtmarkt wird jedoch weiterhin ein Überangebot aufweisen.
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